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    ZurückPraxistipp 28.4.2026 9 Min. Lesezeit IT Service Wagner

    Website-Relaunch für KMU: Was es kostet, was es bringt, wie lange es dauert

    Worum es in diesem Leitfaden geht

    Ein Website-Relaunch ist für die meisten kleinen und mittleren Unternehmen ein Schritt, der alle fünf bis acht Jahre ansteht. Das Problem dabei: Es gibt keine Standard-Preisliste, keinen Standard-Zeitplan und kein Standard-Ergebnis. Drei Angebote für „dasselbe" Projekt unterscheiden sich häufig um den Faktor 5.

    Dieser Leitfaden ordnet ein, wann sich ein Relaunch lohnt, was er realistisch kostet, wie lange er dauert und welche Fehler den Erfolg am häufigsten verhindern. Geschrieben für Geschäftsführer und Marketing-Verantwortliche von KMU im Raum Koblenz, Neuwied und Bonn, ohne Buzzwords und mit konkreten Zahlen aus laufenden Projekten.


    Wann lohnt sich ein Relaunch wirklich?

    Nicht jede alte Website braucht sofort einen Relaunch. Ein nüchterner Blick auf folgende Punkte hilft bei der Entscheidung:

    1. Die Anfragen brechen ein oder bleiben aus. Wenn Sie über die Website kaum Anfragen, Kontakte oder Buchungen erhalten, obwohl Sie Marketing betreiben, ist das das deutlichste Signal. Häufige Ursachen: keine klaren Handlungsaufrufe, mobil schlechte Bedienung, lange Ladezeiten, fehlende Vertrauenssignale.

    2. Mobile Darstellung ist eine Zumutung. Über 65 % aller B2B-Recherchen starten heute auf dem Smartphone. Wenn Ihre Seite dort verschoben dargestellt wird oder Buttons schwer zu treffen sind, verlieren Sie Interessenten innerhalb von Sekunden.

    3. Inhalte sind nicht mehr pflegbar. Wenn jede kleine Textänderung nur über Ihren ehemaligen Webdesigner geht (der vielleicht nicht mehr antwortet), wird die Website unbeweglich. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik empfiehlt regelmäßige Updates — bei Websites gilt das genauso.

    4. Technik ist veraltet. TYPO3 4, alte WordPress-Versionen, kein SSL, kein DSGVO-Banner: Solche Websites sind nicht nur ein Marketing-, sondern auch ein Compliance-Risiko.

    5. Die Marke hat sich weiterentwickelt. Logo, Leistungen oder Zielgruppe haben sich verändert, die Website spiegelt das nicht wider. Hier reicht oft ein Teil-Relaunch.

    6. SEO-Performance bricht weg. Über die Search Console sehen Sie sinkende Klicks, sinkende Positionen, oder die Seite ist gar nicht mehr indexiert. Das ist häufig technisch begründet und mit einem strukturierten Relaunch lösbar.

    Schnelle Selbstprüfung

    Wenn Sie auf zwei oder mehr dieser Punkte „ja" sagen, ist ein Relaunch eine sinnvolle Investition. Bei nur einem Punkt reicht oft ein gezielter Eingriff statt eines kompletten Neubaus.


    Was kostet das eigentlich? Realistische Bandbreiten

    Die ehrliche Antwort: zwischen 1.000 € und 50.000 € — je nach Anspruch. Diese Bandbreiten beobachten wir bei laufenden Projekten in der Region:

    Kategorie A — Visitenkarten-Website (1.000 € bis 3.500 €) Fünf bis acht Seiten, Standard-Theme angepasst, eigenes Bildmaterial vom Kunden, kein Blog. Geeignet für Soloselbstständige, Handwerker mit klarem Service-Fokus, kleine Praxen ohne Online-Buchung. Realistisch in 3 bis 5 Wochen umsetzbar.

    Kategorie B — Mittelstand-Website (4.000 € bis 8.500 €) Acht bis fünfzehn Seiten mit echtem SEO-Konzept, eigenem Design (kein Theme), redaktionellem Bildmaterial, Blog-Modul, klarem Anfrage-Funnel. Das ist der häufigste Fall bei Handwerks- und Dienstleistungsbetrieben mit 5 bis 30 Mitarbeitenden.

    Kategorie C — Mehrsprachig oder mit Funktion (9.000 € bis 18.000 €) Mehrsprachigkeit, Online-Terminbuchung, Mitarbeiterportal, einfache Konfiguratoren oder Online-Shop-Anbindung. Hier kommen technische Anforderungen hinzu, die Aufwand verursachen.

    Kategorie D — Individualentwicklung (20.000 € bis 50.000 € und mehr) Eigenes Frontend, individuelle Backend-Funktionen, mehrere User-Rollen, Schnittstellen zu Warenwirtschaft oder CRM. Solche Projekte sind eher die Ausnahme bei klassischen KMU.

    Worauf die Preisspanne wirklich beruht:

    • Eigenes Design oder Standard-Theme
    • Wer liefert Texte (Sie, Texter, Agentur)
    • Wer liefert Bilder (Stock, eigenes Material, Fotograf)
    • Eigenständige SEO-Arbeit oder „nur" technisch sauber gebaut
    • Welches CMS und welche Hosting-Architektur

    Häufige Kostenfalle

    Viele Angebote nennen nur die Bauleistung. Inhalte, Bilder, SEO-Optimierung und nachträgliche Anpassungen kommen on top — und machen oft 30 bis 50 % des realen Gesamtaufwands aus. Lassen Sie sich Pauschalen mit klar definiertem Leistungsumfang geben.


    Wie lange dauert ein Relaunch?

    Ein typischer Mittelstand-Relaunch (Kategorie B) braucht 6 bis 10 Wochen vom Auftrag bis zum Live-Gang. In der Praxis verteilen sich die Phasen so:

    Phase 1 — Analyse und Konzept (1 bis 2 Wochen) Strukturplanung, Sitemap, Wireframes, Festlegung der Zielgruppen und Conversion-Pfade. Hier wird der Erfolg vorbereitet — viele Agenturen überspringen das, was später teuer wird.

    Phase 2 — Design (1 bis 2 Wochen) Erstes Designkonzept (Hero-Bereich, Farb- und Typo-System), nach Freigabe Ableitung weiterer Templates. Plan ein bis zwei Korrekturschleifen ein.

    Phase 3 — Content-Erstellung (parallel, 2 bis 4 Wochen) Texte schreiben, Bilder erstellen oder auswählen, Bestandsdaten migrieren. Diese Phase ist der häufigste Engpass — meist nicht bei der Agentur, sondern beim Auftraggeber.

    Phase 4 — Umsetzung und Programmierung (2 bis 4 Wochen) Aufbau im Live-Stand-CMS, Anpassungen an Templates, Performance-Optimierung, Mobil-Tests, SEO-Grundlagen.

    Phase 5 — Test und Launch (1 Woche) Funktionstests, Datenschutz-Check, SEO-Weiterleitungen alter Seiten, Browser-Tests, dann der eigentliche Live-Gang.

    Phase 6 — Nachbetreuung (laufend) Ein guter Dienstleister begleitet Sie noch 4 bis 8 Wochen nach Live-Gang aktiv, weil hier kleinere Korrekturen anfallen.

    Was den Zeitplan typischerweise sprengt

    Nicht der Bau der Website, sondern die Inhalte. Wenn Texte und Bilder nicht rechtzeitig fertig sind, verlängert sich die Phase 3 schnell um Wochen. Planen Sie diese Phase genauso ernst wie die technische Umsetzung.


    Was Sie als Auftraggeber liefern müssen

    Eine ehrliche Liste — denn der Erfolg hängt nicht nur am Webdesigner:

    • Klares Briefing: Wer ist die Zielgruppe, was sollen Besucher konkret tun, welche Themen sind unverzichtbar
    • Logo, Markenfarben, Schriften in nutzbarer Qualität (kein JPG vom Briefkopf)
    • Texte: Entweder selbst schreiben, einen Texter beauftragen oder die Agentur dafür extra bezahlen
    • Bildmaterial: Eigenes Material wirkt ehrlicher als Stockbilder; planen Sie ein Fotoshooting ein
    • Zugangsdaten: Domain, alter Hosting-Account, Google-Konten, Analytics
    • Ansprechpartner mit Entscheidungsbefugnis: Niemand bremst Projekte stärker als endlose Abstimmungsrunden
    • Realistische Erwartung: Ein Relaunch zahlt sich oft erst 3 bis 6 Monate nach Live-Gang voll aus

    Häufige Fehler, die Geld und Zeit kosten

    Diese Punkte sehen wir in der Praxis am häufigsten:

    Fokus auf Design statt auf Anfragen

    Eine Website ist kein Kunstwerk, sondern ein Vertriebskanal. Wenn der Auftraggeber sich verliebt in eine Animation, die kein Kunde versteht, geht der Zweck verloren. Jede Designentscheidung sollte sich an einer Frage messen: „Hilft das, mehr Anfragen zu erzeugen?"

    Kein SEO-Briefing

    SEO wird oft erst nach Live-Gang nachgedacht — und dann ist es teurer. Schon in Phase 1 sollten die wichtigsten Suchbegriffe, eine sinnvolle Seitenstruktur und ein Plan für Inhalte stehen.

    Kein Hosting-Plan

    Wer hostet die neue Website, was kostet das, wer kümmert sich um Backups, Updates und SSL? Diese Fragen werden oft erst nach dem Launch gestellt — mit unangenehmen Überraschungen.

    Kein Pflegekonzept

    Eine Website lebt von Aktualität. Ohne klaren Plan, wer Inhalte pflegt, veraltet sie innerhalb von 12 Monaten. Definieren Sie vor dem Projekt: Wer erstellt monatlich neue Beiträge, wer pflegt das Team, wer kümmert sich um technische Updates.

    Inhalte als Nebensache

    Texte werden oft als Letztes geschrieben, „weil das ja nicht so lange dauert". In der Realität ist das Schreiben guter Webtexte aufwendig, vor allem wenn die Suchintention berücksichtigt werden soll. Planen Sie Texte parallel zur Designphase.

    Keine Definition von Erfolg

    Wann ist der Relaunch erfolgreich? Nach welchen Kennzahlen wird das gemessen? Ohne klare Definition bleibt die Bewertung subjektiv. Empfehlung: Anfragen pro Monat, Sichtbarkeit in Google, Verweildauer als Mindest-Set.


    Checkliste: 12 Fragen, die Sie Ihrem Webdesigner stellen sollten

    Verwenden Sie diese Fragen im Erstgespräch — die Antworten sagen mehr über die Qualität als jede Referenzliste:

    1. Welche konkreten Ziele soll die neue Website erreichen, und wie messen wir das?
    2. Welche meiner aktuellen Inhalte werden übernommen, welche neu erstellt?
    3. Wer schreibt die Texte, und ist das im Preis enthalten?
    4. Wie wird das Design entwickelt: eigenständig oder auf Basis eines Themes?
    5. Welches CMS empfehlen Sie und warum?
    6. Wer hostet die Website nach Live-Gang, und was kostet das monatlich?
    7. Wie sind Backups, SSL und Updates geregelt?
    8. Welche SEO-Maßnahmen sind enthalten? (Achtung: „SEO-optimiert" ist eine Marketing-Floskel)
    9. Wie werden alte URLs auf neue Seiten weitergeleitet?
    10. Wer ist mein Ansprechpartner während des Projekts, und ab wann nach Live-Gang?
    11. Welche Anzahl an Korrekturschleifen ist enthalten?
    12. Wie sehen Folgekosten aus (Pflege, Erweiterungen, Notfall-Support)?

    Sie planen einen Relaunch in Koblenz, Neuwied oder Bonn?

    Wir analysieren Ihre aktuelle Website, zeigen Ihnen das ungenutzte Potenzial und erstellen einen ehrlichen Festpreis-Vorschlag, der zum Ergebnis passt.

    Relaunch-Beratung anfragen  ·  Mehr zum Webdesign-Service


    Aus der Praxis: Drei Beispiele aus der Region

    Handwerksbetrieb in Koblenz (8 Mitarbeiter) Ausgangslage: Alte WordPress-Seite, mobil unbedienbar, 1 bis 2 Anfragen pro Monat. Investition: 8.500 € für Komplett-Relaunch inklusive 3 Fotoshootings, neuer Texte und SEO-Konzept. Ergebnis nach 4 Monaten: Im Schnitt 9 qualifizierte Anfragen pro Monat, deutliche Sichtbarkeit für regionale Suchen. Umsetzungszeit: 6 Wochen.

    Steuerkanzlei in Neuwied (3 Berufsträger) Ausgangslage: TYPO3 von 2014, kaum mobil nutzbar, kein Mandanten-Bereich. Investition: 12.800 € für Relaunch inklusive einfachem Mandantenportal mit Login. Ergebnis: Mandanten geben Belege jetzt strukturiert digital ab, Abstimmungsaufwand pro Mandant um etwa 30 % reduziert. Umsetzungszeit: 9 Wochen.

    Arztpraxis im Westerwald (2 Ärztinnen) Ausgangslage: Statische HTML-Seite, keine Online-Termine. Investition: 5.200 € für moderne Praxis-Website mit Anbindung an Doctolib-Termine. Ergebnis: Etwa 40 % der Termine werden online gebucht, Telefon-Aufkommen messbar entlastet. Umsetzungszeit: 5 Wochen.


    Häufige Fragen

    Lohnt sich ein Relaunch oder reicht eine Überarbeitung?

    Wenn die technische Basis stabil ist und nur Inhalte oder Design veraltet sind, reicht oft eine gezielte Überarbeitung. Bei alten CMS-Versionen, schlechter Mobil-Darstellung oder grundlegenden Strukturproblemen ist ein Relaunch sinnvoller — und langfristig günstiger.

    Was passiert mit unseren Google-Rankings?

    Bei einem sauber geplanten Relaunch mit korrekten Weiterleitungen alter URLs auf neue Seiten bleiben Rankings in der Regel stabil oder verbessern sich. Bei einem unsauberen Launch können Rankings dauerhaft einbrechen — ein häufiger und teurer Fehler.

    Können Sie auch nur Teilbereiche überarbeiten?

    Ja, das ist in vielen Fällen sinnvoller. Ein Teil-Relaunch (z. B. nur Startseite, Leistungsseiten oder Anfrage-Funnel) kostet oft 30 bis 50 % weniger und liefert bei guter Planung den Großteil des Effekts.

    Brauchen wir wirklich ein eigenes Foto-Shooting?

    Aus unserer Erfahrung: ja. Eigene Bilder erzeugen 3- bis 5-fache Konversionsraten gegenüber Stockfotos. Investition für ein halbtägiges Shooting in Koblenz oder Bonn liegt zwischen 600 und 1.500 €.

    Wer ist nach dem Launch verantwortlich?

    Klären Sie das vorab schriftlich. Empfehlung: ein Wartungsvertrag mit fester monatlicher Pauschale, der Updates, Backups und kleinere Anpassungen abdeckt. Gehört für uns zum Standard, ist aber nicht bei jedem Anbieter selbstverständlich.

    Welche Quellen helfen bei der Vorbereitung?

    Für Hintergrundwissen empfehlen wir die BSI-Empfehlungen für sichere Websites, die c't-Tests von Hostern auf heise.de und die Datenschutz-Hinweise des LfDI Rheinland-Pfalz.


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