Glasfaser da, WLAN trotzdem schlecht? Die echten Ursachen
Wenn das Internet trotz Glasfaser schlecht wirkt, liegt es in den allermeisten Fällen nicht an der Leitung, sondern an der Funkstrecke dahinter. Der Provider-Router funkt für eine Etage, Wände und Decken schlucken den Rest, und klassische Repeater halbieren das Tempo zusätzlich. Der Test dauert eine Minute, denn am LAN-Kabel gemessen liefert der Anschluss fast immer volle Leistung.
Die Ein-Minuten-Diagnose übernehmen wir auch gern für Sie, per Fernwartung direkt an Ihrem Rechner.
Erst die Ein-Minuten-Diagnose
Bevor Sie Geld ausgeben, klären Sie, wer bremst. Verbinden Sie einen Rechner oder ein Notebook direkt per LAN-Kabel mit dem Router und starten Sie einen Geschwindigkeitstest. In fast allen Fällen, die bei uns landen, kommt dort das volle gebuchte Tempo an. Die Glasfaser liefert, das Funknetz verteilt nur nicht.
Das ist eine gute Nachricht, denn die Funkstrecke lässt sich reparieren, ohne dass jemand am Anschluss graben muss.
Ursache 1: Der Provider-Router ist für eine Etage gebaut
Mit dem Glasfaser-Anschluss kommt meist ein neuer Router vom Anbieter, und der steht oft dort, wo die Faser ins Haus kommt, also im Keller oder Hausanschlussraum. Von dort soll ein einzelnes Gerät das ganze Haus versorgen. Das schafft es nicht, egal was auf dem Karton steht. Ein Standard-Router funkt eine Etage zuverlässig aus, danach wird es dünn.
Ursache 2: Das Gebäude schluckt mit
Stahlbetondecken, Rigipswände mit Metallständerwerk und Fußbodenheizungen dämpfen das Signal massiv, je nach Bauweise bleiben von der Reichweite nur 10 bis 50 Prozent übrig. In Mehrfamilienhäusern kommt dazu, dass sich alle Nachbarn dieselben Funkkanäle teilen. Der Balken am Handy zeigt dann „voll” an, und trotzdem ruckelt der Videocall, weil Störung und Signalstärke zwei verschiedene Dinge sind.
Ursache 3: Repeater machen es oft schlimmer
Der Reflex nach dem ersten Funkloch ist der Repeater aus dem Elektromarkt. Der Haken daran ist eingebaut, denn ein klassischer Funk-Repeater empfängt und sendet auf derselben Strecke und halbiert damit die Bandbreite. In Reihe geschaltet stören sich die Geräte zusätzlich gegenseitig, und ausgerechnet Telefonate und Streaming werden instabiler statt besser.
Dieses Muster sehen wir regelmäßig: Erst wandern mehrere hundert Euro in Repeater und Mesh-Sets, das Problem bleibt. Gelöst wird es am Ende von ein, zwei sauber konfigurierten Decken-Access-Points pro Haus.
Was dauerhaft hilft
- Router raus aus der Ecke. Frei und erhöht aufstellen, so zentral wie der Anschluss es erlaubt.
- Pro Etage ein Zugangspunkt. Ein Access Point per Netzwerkkabel liefert volle Geschwindigkeit dort, wo vorher Funkloch war. Kabel schlägt Funk.
- Messen statt raten. Eine Ausleuchtung zeigt schwarz auf weiß, wo das Netz trägt und wo es abreißt, bevor Geld in Geräte fließt.
Die allgemeinen WLAN-Grundlagen, etwa zu Funkkanälen und den Unterschieden zwischen 2,4 und 5 GHz, haben wir im Ratgeber WLAN-Probleme lösen beschrieben.
Für die Region: Glasfaser kommt, die Häuser bleiben alt
Zwischen Rheintal und Westerwald wird gerade viel ausgebaut, von Neuwied über Linz bis auf die Höhe. Die Anschlüsse sind schnell, die Häuser aber oft alt und massiv gebaut, genau die Kombination, bei der das Funknetz zum Flaschenhals wird. Wer nach dem Ausbau umsteigt, plant die WLAN-Verteilung am besten gleich mit, dann gibt es die Enttäuschung nach dem ersten Speedtest gar nicht erst.
Lieber vor Ort? Zwischen Koblenz und Bonn kommen wir zu Ihnen: Zu Netzwerk & WLAN